DER FILMISCHE RAUM – GRUNDLAGEN EINER ILLUSION
In Zusammenarbeit mit den Bundesverbänden BV kommunale Filmarbeit e.V., bv kamera e.V., BV Filmschnitt-Editor e.V. und der AG Dok
Gefördert von der MFG Filmförderung Baden-Württemberg
Schon Pudowkin formulierte 1928: „Durch das Zusammenfügen der einzelnen Stücke bildet sich der Filmemacher seinen eigenen, ganz filmischen Raum“ Aber was ist der filmische Raum? Als Darstellung einer räumlichen Realität oder gar „räumlichen Irrealität“ ist er eine Illusion, erdacht und konstruiert für den Zuschauer. Woher kommen die Ideen für die Gestaltung des Raums im Film? Ist es das Genre, das den Raum bestimmt, im Western die Weite oder im Horrorfilm das Klaustrophobische? Gibt es so etwas wie eine filmische „Raumsprache“, die von Filmemachern verwendet und von Zuschauern verstanden wird? Wie könnte eine Grammatik aus Formen, Volumen und Farben aussehen? Welche Funktion erfüllt der filmische Raum? Welche psychologische Wirkung ist ihm entfaltet er?
Der filmische Raum kann die Handlung, Stimmung oder Charaktere durch den Bildhintergrund oder Bildrahmen beeinflussen. Er kann die gesamte Geschichte dominieren oder sich einer Story unterordnen. Der Ton kann den Raum erweitern. Die Montage gestaltet ihn. Und unsere Illusion wird durch die Filmarchitektur und Ausstattung geprägt.
Der filmische Raum gehört ebenso wie die Zeit (Symposium 2000) zu den Kategorien der Wahrnehmung und damit zu den Grundelementen der Illusion im Kino. Er differenziert sich in sichtbare und nicht sichtbare Elemente. Er wird und kann die abgebildete Realität nie vollständig zeigen, aber meist dennoch ein Ganzes ergeben. Ohnehin ist die Konstruktion des Raumes immer auch ein Vorgang im Kopf des Zuschauers.
Mitunter ist es aber gerade auch die Absicht der Filmemacher dies unmöglich zu machen. Technische Möglichkeiten wie 3-D, Splitscreen, und Kamerabewegungen können bei der Gestaltung der Illusion helfen, den Prozess im Kopf des Zuschauers aber nie ersetzen.
Wie bei den vergangenen Symposien planen wir wieder eine anregende Mischung von Filmen und Vorträgen, letztere aus den Bereichen Produktion und Rezeption ebenso wie aus anderen Fachgebieten. Wir hoffen auf eine Fülle von Ideen, Filmtipps und Referat-Vorschläge, um wieder ein komplexes Programm zusammenstellen zu können.
Am Freitag 20.10.2006 vor Beginn des Symposium findet von 10-14 Uhr im CINEMA QUADRAT die Mitgliederversammlung des Bundesverbandes kommunale Filmarbeit statt.
